Familientag 2005
in Gretzenbach
Wie immer, war dieser 21. August lang im Voraus schon bestimmt
und gewiss hofften die meisten von uns, dass nun nach dem regnerischen
Sommer vielleicht dieser Sonntag wenigstens freundlich daherkomme.
Doch die Wolken hatten all ihre Schleusen schon am frühen morgen
geöffnet und so blieb es dann den ganzen Tag. (Die schlimmen
Folgen für unser Land waren ja noch nicht abzusehen, wir konnten
noch unbeschwert im Regen stehen.)
Dieser Familientag hatte es wirklich in sich:
Gleich zu Beginn gibt die von Janine angeheuerte Brassband MOST
ein Ständchen zum Apéro. Wer sie sowieso nicht schon
hat – die gute Laune – dem wird sie nun mit fetzigen
Melodien und Rhythmen serviert.

Und schön ist es, unter dem schützenden Regendach alte
Freunde aus dem PWS-Kreis wieder zu treffen – erste kürzere
Austausche sind während dem Begrüssen schon möglich
– später wird genug Zeit für mehr sein. Andreas’
Begrüssung geht schon fast unter im allgemeinen Gesprächswirrwarr
und im beharrlichen Pöpperlen der Regentropfen auf dem Stoffdach.
Dass der Regen allmählich zwischen den vorsorglich aufgestellten
Zeltpavillon-Dächern herunter fliesst und manchmal dann auch
auf unseren Köpfen oder hinter dem Kragen landet – was
tut’s, die Stimmung ist wunderbar und die Musik trägt
das Ihre zur guten Laune bei; den lüpfigen Melodien kann man
sich gar nicht entziehen.

Wer bis dahin vielleicht noch heimlich gehofft hat, sein Grillwürstchen
im Freien verspeisen zu können, der muss nun einsehen, dass
der Römersaal eine angenehme Alternative ist. Ausser einigen
ganz Unentwegten, verbringt fast die gesamt PWS-Familie die folgenden
Stunden drinnen am Trockenen. Die Grillcrew allerdings harrt unter
dem rundum regentriefenden Dach in der Feuchtigkeit aus und hält
für uns alle die Glut heiss.
Nach dem Essen – wie immer brachte jede Familie ihren eigenen
Picknickkorb inklusive Geschirr mit, was äusserst kunterbunte
Tischbilder abgibt! – folgt nun für die Erwachsenen die
Zeit für längere Gespräche in Musse. Für unsere
Kinder wird es nun „endlich“ ganz interessant!

Über die Mittagszeit sind von Janines Helfern verschiedene
Aktivitätsstationen aufgebaut worden: An einem Tisch basteln
Kinder Wurfobjekte für das Projekt eines Riesenfisches, der
mit selbst gestalteten Schuppen dekoriert werden soll. Bastelmaterial
steht dazu bereit.
Eine spannende Tast-Station lädt die Kinder ein, mit den Händen
verschiedenen Materialen zu erfühlen. Heiss begehrt sind natürlich
auch die beiden Schminkkünstlerinnen, die mit viel Hingabe
aus unseren Kindern fremdartige Wesen zaubern. Wenn dann unter einer
Fülle von Kleidern, Tüchern und Hüten ausgewählt
werden kann, was Kind sich zu seiner Verwandlung wünscht, ja
dann ist die Verzauberung perfekt!

Doch damit nicht genug – als ein Höhepunkt der besonderen
Art ist eine Clownin angesagt. Kaum dass die liebevoll lustige Performance
beginnt, sind es nicht nur die Kinder, die das Geschehen mitverfolgen,
auch an den Erwachsenentischen im Saal wird es still. Ich selbst
kann mich jedenfalls dem Geschehen auf der Bühne nicht entziehen
– das Kind in mir ist sofort auch dabei.

Zwischendurch noch einmal ein Ständchen der Gruppe MOST, so
beschwingt, dass einige Kinder (wir Erwachsenen bleiben da noch
ein wenig zurückhaltend), grad das Tanzbein schwingen.
Die Zeit geht rasch vorbei – draussen regnet es noch immer
– bald ist Zeit an die Heimkehr zu denken. Zuerst aber präsentiert
Hansjörg Noser die "reanimierte" und neu gestaltete
Homepage des Vereins, welche er nun auch verwalten wird. Sie ist
wunderbar gut gelungen und es lohnt sich, mal einen Internet-Surf-Spaziergang
zu www.prader-willi.ch
zu unternehmen.
Allmählich macht sich Aufbruchstimmung breit. Picknicktaschen
und Körbe werden eingepackt, Regenjacken übergezogen und
Tschüss und Adieus von allen Seiten; der Römersaal leert
sich langsam. Nur die Aufräumer sind noch da. In der Erinnerung
bleibt ein gelungener Familientag.
Herzlichen Dank dir, Janine und deinen Helfern für die tolle
Organisation!
Esther Könz
|