Das Prader-Willi-Syndrom
Das Prader-Willi-Syndrom wird von einer genetischen Störung
verursacht, die b 99 % der Betroffenen nicht vererbbar ist. Männer
wie Frauen sind gleichermaßen betroffen, und bis jetzt gab
es das PWS in allen Ländern und Rassen. Betrachtet als ein
„2-Etappen- Syndrom", ist das erste Stadium ein „mangelndes
Gedeihen". Das Kind ist schwach und schlapp nach der Geburt,
und oft muß die Nahrung im ersten Monat sondiert werden. Die
2. Phase beginnt im Alter von 1-3 Jahren, wenn sich ein abnormes
Interesse an Nahrung und Essen zeigt. So entsteht eine Eßsucht
im frühen Alter, wenn nicht bestimmte Strukturen im Umgang
damit erstellt werden. Eine Umgebung, in der das Essen kontrolliert
wird und in der Menschen mit PWS sich sicher und respektiert fühlen,
ist wesentlich, ansonsten entsteht schnell Übergewicht, und
damit in Verbindung stehende Probleme können die Lebensspanne
drastisch verkürzen. Die meisten Betroffenen sind geistig mild
retardiert, mit einigen Ausnahmen. Die motorische Entwicklung ist
verzögert. Hypogonadismus und Kleinwuchs sind ebenfalls Teil
des Syndroms.
Die nicht vorhandene Empfindung des „Satt-seins" wird
verursacht durch eine Störung im Hypotalamus, und bis jetzt
wurde kein Mittel zur Behandlung des Problems gefunden. Weil die
Essenseinnahme kontrolliert werden muß, sind Menschen mit
PWS behindert und brauchen eine 24-stündige Betreuung, besonders
Betroffene mit einem unterdurchschnittlichen IQ.
Heute rechnet man mit einer Häufigkeit von etwa einem PWS-
Betroffenen auf 12'000 Geburten. Früher hatte ein Neugeborenes
mit PWS eine geringe Überlebenschance, da die Einrichtungen
für eine intensive Betreuung nicht so fortgeschritten waren
wie heute und junge Erwachsene ohne Hilfe wurden in der Regel so
schwer, dass die Lebenserwartung gering war. Bis vor kurzem wurde
die Diagnose im allgemeinen nicht gestellt, bis sich bei einem Kind
ein Entwicklungsmangel in der Pubertät sowie ein extremes Übergewicht
zeigte, und Verhaltensstörungen ( meistens bzgl. des Essens)
einsetzten. Heute kann die Diagnose im ersten Lebensmonat durch
einen DNA Test erstellt werden, und eine frühe Diagnose gibt
Eltern und Familien die Chance ihre heranwachsenden Kinder gut zu
unterstützen.
Die Kontrolle und Disziplin über das Essen muß das
ganze Leben lang aufrecht erhalten werden, und dies kann nicht von
den PWS Betroffenen selbst beherrscht werden. Lebenslange Unterstützung
ist unumgänglich. Das Gewicht wird schnell zugenommen und kann
extrem schwer wieder abtrainiert werden. Verantwortlich dafür
ist die besondere physische Disposition bei PWS: der Körper
hat wenig Muskulatur und einen niedrigen Muskeltonus bei auffallender
Bewegungsarmut. Dies alles zusammen bedeutet einen niedrigeren Kalorienbedarf.
Um eine Ernährung abzusichern ohne Übergewicht zu bekommen,
ist eine ständige Ernährungsberatung notwendig.
Informationen über das Prader-Willi-Syndrom
in div. Sprachen finden Sie auf der Homepage der IPWSO = International
Prader-Willi Syndrome Organisation www.ipwso.org
Bei Fragen nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf,
wir helfen Ihnen gerne weiter.
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